4 Sterne Bücher

Cruelty – Ab jetzt kämpfst du allein

Spätestens seit dem hochgradig spannenden Actionthriller „Red Sparrow“ ist mir klar geworden, dass ich mit Agententhrillern sehr wohl etwas abgewinnen kann. Mein Interesse gegenüber vorliegendem Werk, welches mit auffälligem Design aus lilafarbenem Umschlag und orangenem Schnitt daherkommt, war also geweckt. Welche meiner Erwartungen eingehalten werden konnten und weitere Leseeindrücke zur Lektüre – in der folgenden Rezension.

Cruelty – Ab jetzt kämpfst du allein

The Cruelty, USA 2017, 432 Seiten, Band 1 der „Gwendolyn Bloom“-Reihe

Thriller | Abenteuer | Action | Fiktion

Autor:

Scott Bergstrom

Übersetzung:

Christiane Stehen

Verlag:

Rowohlt Taschenbuch

(ET: 17.2.2017)

ISBN:

978-3499272660

Inhalt:

Vor zehn Jahren wurde Gwens Mutter ermordet, nur ihren Vater hat sie noch. Doch kurz nachdem er zu einer Geschäftsreise nach Paris aufgebrochen ist, stehen zwei Unbekannte vor Gwens Tür und erzählen eine unglaubliche Geschichte: Ihr Vater ist eigentlich CIA-Agent – und bei einem Einsatz spurlos verschwunden. Wurde er entführt? Wollte er dem Geheimdienst den Rücken kehren? Als die Ermittlungen eingestellt werden, macht Gwen sich selbst auf die Suche. Eine gefährliche Reise über mehrere Kontinente beginnt, immer dem Zentrum der Gefahr entgegen. Und Gwen erkennt: Wenn man seine Gegner besiegen will, muss man mindestens so hart und grausam werden wie sie!

Rezension:

Schon auf den ersten Seiten kann man als Leser in die Geschichte eintauchen. Ein rasanter und fesselnder Schreibstil machen einen flüssigen und problemlosen Einstieg in die Handlung möglich. Autor des Werkes, Scott Bergstrom, weiß über die vierhundert Seiten gelungen und packend zu erzählen. Es ist nicht die Sorte von Buch, die einem noch Monate oder gar Jahre im Gedächtnis bleiben werden, aber eines, das im Hier und Jetzt grandiose Unterhaltung liefert – und das rechne ich ihm hoch an.

Mit der Protagonistin komme ich gut zurecht. Ihre Motive bleiben jederzeit nachvollziehbar, man kann sich in ihre Lage gut hineinversetzen. Mir ist klar, dass die Handlung nicht realistisch ist, und auch die Hauptfigur Gwendolyn verhält sich ein bisschen reifer und mutiger, als man es von einer Siebzehnjährigen erwarten würde – aber solche kleine Ungereimtheiten gewinnen nicht zu sehr Oberhand, als dass sie schwer ins Gewicht fallen könnten.

Das rasante Tempo, mit welchem der Autor erzählt, hält den Leser jederzeit auf Trab, sodass das Lesevergnügen recht schnell wieder zu Ende ist. Er führt seine Leserschaft überzeugend in die Welt der Geheimdienste und Mafiabosse ein, sodass man sich selbst ständig dabei ertappen kann, wenn man überlegt, welcher Figur man selbst tatsächliches Vertrauen schenken kann. Uns wird ein erschreckendes Bild der Welt geboten, in der Gesetze, gesellschaftliches Verhalten und Hoffnung nicht die Stützpfeiler des Lebens sind – und jeder merkt das, es wird aber nicht infrage gestellt.

Wendungsreich führt Scott Bergstrom durch eine sprunghafte Reise über den gesamten Globus, während welcher die Protagonistin, die der Leser in der Ich-Perspektive begleitet, eine frappierende charakterliche Veränderung durchschreitet. Diese wirkt, den Umständen entsprechend, glaubwürdig und lässt an dieser Stelle keine Nachfragen übrig.

An einigen Stellen hätte ich mir von dem Autor jedoch ein wenig mehr Konsequenz gewünscht. Er erzählt mit Beharrlichkeit eine düstere Handlung und doch wirkt es teilweise so, als wären die Herausforderungen, denen die Hauptfigur gegenüber gestellt wird, zu simpel überwindbar. Wenn ein böser Mafiaboss beispielsweise als Genius figuriert wird, vor dessen Intellekt sich viele fürchten, dann erwarte ich als Leser automatisch, dass er die beinahe schon „läppischen“ Tricks, welche angewendet werden, vorhersieht und daher mühelos parieren kann. Dies ist hier aber nicht der Fall.

Das Ende lässt eine Weitererzählung offen. Von meiner Seite aus gebe ich einer Fortsetzung grünes Licht, da ich gerne weiterhin mitverfolgen möchte, wie sich die Geschichte rund um Gwendolyn Bloom entwickeln wird. Laut Informationen des Verlags soll der zweite Band der Reihe, der den deutschen Titel „Ohne Skrupel“ tragen wird, im Februar nächsten Jahres erscheinen. Ich bin gespannt. Kleine Anmerkung: Vorliegendes Werk wird im selben Monat als Taschenbuchausgabe unter dem Namen „Ohne Gnade“ neu veröffentlicht und momentan wird an der Kinoverfilmung gearbeitet.

Wenn man mich abschließend fragt, ob ich „Cruelty – Ab jetzt kämpfst du allein“ weiterempfehlen kann, dann lautet die Antwort, allein in Anbetracht der überwiegenden Mehrheit positiver genannter Aspekte: „Ja.“ Dieses Buch kann unterhaltsame und atemlose Spannung bieten und einige gut gefüllte Lesestunden bieten. Wer gerne Thriller und Action, auch gerne mit Agententhematik, liest, der ist mit diesem Buch sehr gut beraten.

Fazit:

„Cruelty – Ab jetzt kämpfst du allein“ ist ein spannungsreicher Actionthriller der Extraklasse. Ich bin sehr gespannt auf geplante Fortsetzungen.

Gerne vergebe ich vier von fünf möglichen Sternen.

Genrewertung: 9 von 10 Punkten

Gesamtwertung: 8 von 10 Punkten

Ich bedanke mich bei dem Rowohlt Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars. Die Rechte an dem verwendeten Coverbild liegen bei eben diesem.

#Thriller #Abenteuer #Action #Fiktion