5 Sterne Bücher Highlight ⭐️ 🌈

Eine Woche für die Ewigkeit

Sie kennen sich nur flüchtig, bis sie sich eines Nachts zufällig in einem Club in San Francisco begegnen: Mark, der sich gerade völlig umsonst zum Affen gemacht hat, um seinen besten Freund zu beeindrucken – und Kate, die vor dem Mädchen ihrer Träume weggelaufen ist. Verloren im Chaos ihrer Gefühle beschließen die beiden, von nun an zusammenzuhalten. Gemeinsam stürzen sie sich ins kunterbunte Getümmel der Pride Week und lernen zwischen wilden Partys und Liebeskummer, was wahre Freundschaft bedeutet.

„Glaubst du, der ist schwul?“ „Ich glaube, die ist ‘ne Lesbe.“ „Du Schwulette!“ Jeder hat bestimmt in seinem Umfeld schon einmal solche intoleranten Fragen oder Kommentare gehört. Schwul oder lesbisch zu sein, wird in unserer Gesellschaft oftmals als Beleidigung angesehen. Aber, ein frischer Wind der Toleranz weht ein: die homosexuelle bzw. gleichgeschlechtliche Ehe wurde nun auch in Deutschland erlaubt und ist ein weiterer Schritt zur Normalisierung der Homosexualität. Und auch „Eine Woche für die Ewigkeit“ lockt mit der Alltäglichkeit der homosexuellen Liebe, der Einkehr in das gesellschaftliche Leben von gleichgeschlechtlichen Paaren. Eine Traumvorstellung, wo Homosexualität in manchen Ländern unter Todesstrafe steht. Aber Amerika ist uns in dieser Hinsicht einfach schon voraus. Nun, ich möchte hier keinen politisch wertvollen Monolog über meine Zuneigung gegenüber der einkehrenden Offenheit gegenüber Homosexualität – und ja, dieses Wort wird in dieser Rezension noch öfter vorkommen – eröffnen, sondern mich nun der Bewertung von „Eine Woche für die Ewigkeit“ widmen.

Gleich zu Beginn erfreuten mich die plastischen, glaubwürdigen und äußerst sympathischen Charaktere, die ich sofort auf den ersten Seiten in mein Herz schließen konnte. Das Werk besticht schon in den ersten Kapiteln durch seine hervorragende Eigenart und nimmt kein Blatt vor den Mund, die Zuneigung gegenüber Homosexualität nicht zu verleugnen. Dieses Thema wird gleich als selbstverständlich und gut dargestellt, was mich sehr erfreut hat.

Da vorliegendes Werk von zwei verschiedenen Autoren stammt und dementsprechend die Geschichte aus zwei verschiedenen Perspektiven erzählt wird, könnte man meinen, die Schreibstils unterschieden sich zu sehr, als dass weiterhin ein Lesefluss bestehen könnte. Doch im Gegenteil: Sie verbinden sich so gut miteinander, dass dem Leser nicht auffällt, dass dieses Kapitel aus der Feder eines unterschiedlichen Autoren stammt, und ein flüssiges Lesevergnügen gewährleistet werden kann. Zudem lässt sich noch erwähnen, dass der bzw. die Schreibstil(e) wirklich gut sind und durch die lockere, aber dennoch tiefgründige Art, die an den Tag gelegt wird, die Lebensfreude und die Freude an der Verschiedenheit der Menschen unterstreichen.

Wie man nur unschwer erkennen kann, bin ich angetan von der hochaktuellen Thematik, die v.a. wieder durch die Legalisierung der Homoehe zum Gesprächsthema hier in Deutschland wurde. Dabei erfreut mich eben der schöne und tolerante Umgang mit homosexueller Liebe, sodass es als etwas völlig Normales dargestellt wird, was es in meinen Augen auch vollkommen ist und es in allen Augen der Menschen sein sollte.

Zu den Protagonisten kann man leicht einen persönlichen Bezug aufbauen und man wünscht ihnen während des Buches alles Gute und alles Liebe und fiebert in ihrem Liebesleben wirklich mit. Glücklicherweise wird das Buch aber vollkommen seinem Klappentext gerecht, als dass nicht die Liebe im Vordergrund stünde, sondern die Freundschaft zwischen dem schwulen Jungen und dem lesbischen Mädchen, die so spontan und überraschend entsteht, dass sie nicht aufgesetzt wirkt.

Das Buch setzt sich mit der Thematik gelungen auseinander, ohne dabei zu sehr den moralischen Zeigefinger zu erheben. Dem Leser wird eine gute Botschaft mitgegeben, mit der ich vollkommen übereinstimme. Jedoch denke ich auch, dass die Autoren etwas zu optimistisch an den gesellschaftlichen Umgang mit dieser Form der Liebe herangehen. Und so traurig es mich auch macht, so denke ich realistisch, dass in dem Umfeld nicht alle so tolerant mit Homosexualität umgehen wie es in diesem Buch umgegangen wird. Auch wenn ich mir wünschte, es wäre so wie in dem Buch beschrieben. Das besondere Etwas bleibt trotz niveauvoller Unterhaltung aus.

„Eine Woche für die Ewigkeit“ ist ein wunderbares Buch; liebenswerte Figuren, eine interessante Thematik, eine lebensfröhliche und tolerante Erzählweise und eine optimistische Ansicht machen dieses Buch auf jeden Fall lesenswert.

Genrewertung: 10/10 Punkte

Gesamtwertung: 9/10 Punkte

5 Sterne

Das entspricht famosen fünf von fünf Sternen für „Eine Woche für die Ewigkeit“.

Vielen Dank für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares an Sibylle Welzbacher der Buchhandlung Diekmann!

‚Eine Woche für die Ewigkeit‘

Liebesroman, Jugendbuch

von Nina LaCour und David Levithan

übersetzt von Martina Tichy

288 Seiten

16,99€

Gebundene Ausgabe mit Schutzumschlag

Carlsen Verlag

Erscheinungsdatum: 24. März 2017

ISBN: 978-3551583628

#Jugendbuch #Liebesroman