2 Sterne Bücher

Herr der Zeiten

Informationen:

„Herr der Zeiten“

Autor: Marco Kunst

Übersetzer: Rolf Erdorf

432 Seiten

Gebundene Ausgabe

Preis: 19,99€

Gerstenberg Verlag

ab 14 Jahren empfohlen

Erscheinungsdatum:

27. Juni 2016

Buchbeschreibung:

Amsterdam 1670. Wessels Vater arbeitet an einer Erfindung, die sämtliche Naturgesetze außer Kraft setzt: Er kann die Lebenslinie eines Menschen sichtbar machen und auch seinen Tod vorhersagen. Als er entdeckt, dass er selbst nur noch wenige Tage zu leben hat, wagt er ein Experiment mit furchtbarem Ausgang: Er bleibt am Leben, aber weder tot noch lebendig, ein Zombie … Wessel muss seinen Vater stoppen, bevor der Riss im Gewebe der Wirklichkeit, der durch das Experiment entstanden ist, immer größer wird und alles zu vernichten droht. Der Riss durch Zeit und Raum führt Wessel bis in die Gegenwart, wo er Pink trifft – ein Mädchen in seinem Alter. Ob sie ihm helfen kann, den Riss zu schließen?

Ein fesselnder Ideenroman, der unter die Haut geht. Und der die großen Fragen von Leben und Tod, Zeit und Raum gleichermaßen poetisch wie mitreißend thematisiert.

Meine Meinung:

Selten war ich so zwiegespalten bei einem Buch. So macht „Herr der Zeiten“ in meinen Augen einiges richtig, aber auch vieles falsch. Marco Kunst hat eine sehr lebendige und wortgewandte Sprache, die das Lesen angenehm gestaltet. Er bietet uns ein zu Beginn noch sehr interessantes Szenario und baut eine gute und stimmige Atmosphäre auf. Im Laufe des Buches jedoch entwickelt sich dieses Szenario zu etwas so Abstraktem, dass es mir als Leser schwer gefallen ist, es mir bildlich vorzustellen. Irgendwann wird es einfach nur unglaubwürdig und fast schon lächerlich. Zudem sind es mir, vor allem bei den Protagonisten, zu platte und unvorhersehbare Charaktere, dessen Gedankengänge sich vielerorts nicht nachvollziehen ließen. So ist dieser Roman zwar wirklich spannend, so hat er aber das völlig falsche Tempo. An wichtigen Stellen hetzt der Autor zu viel, dann widmet er sich auf vielen Seiten einer Nichtigkeit, die nicht zur Handlung beiträgt. Demzufolge liest man fast hundert Seiten und hat das Gefühl, der Autor hätte dies schon mehrfach erwähnt und man lese die ganze Zeit dasselbe. Es vergehen beispielsweise auf ca. zehn Seiten viele hundert Jahre und dann bleibt der Autor wieder im Jahre 2013/14 stehen! Das Finale, auf das das Buch hinarbeitet, fällt meiner Meinung nach zu unspektakulär aus. „Herr der Zeiten“ ist leider über weite Strecken ziemlich vorhersehbar. Marco Kunst widmet zu wenige Worte an den Wahnsinn des Vaters. Jedoch, und das muss ich hier sagen, ist der Roman nicht wirklich langweilig. Er schafft es gut, Spannung aufzubauen. Am Schluss bleiben mir leider zu viele Fragen offen, weswegen einzelne Elemente auffallend wirken, als dass der Autor sie nur eingebaut hätte, um die Handlung voranzutreiben. Außerdem gefällt mir das deutsche Buchcover nicht, denn erstens spricht es mich nicht an und zweitens passt es nicht wirklich zu der Geschichte. Trotz der vielen Kritikpunkte meinerseits gibt es auch einige gute Gründe, sich das Buch zuzulegen.

Fazit:

Es ist schwierig, „Herr der Zeiten“ in Punkten zu bewerten. Wer also hier nach dem Klappentext Lust auf den Roman hat und von dem Szenario angetan ist, der wird hier wahrscheinlich nicht enttäuscht. Jedoch wurde es mir zu abstrus, sodass hier eine hohe Gesamtpunktebewertung nicht möglich ist.

Aber wer interessiert ist, der achtet hier auf die Genrewertung, denn in seinem Genre ist er wirklich in Ordnung, aber im Vergleich zu allen Büchern, die ich bisher gelesen habe, sticht er nicht hervor.

Spannung **

Action *

Gefühl

Humor

Genrewertung: 6/10

Gesamtwertung: 4,5/10

Das entspricht zwei von fünf Sternen für „Herr der Zeiten“, mit Tendenz nach oben.

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2 Sterne

, ,,,Danke an den Gerstenberg-Verlag zur Bereitstellung des Rezensionsexemplares!

#Abenteuer