5 Sterne Bücher Highlight ⭐️

Mein Sommer auf dem Mond

Es gibt hin und wieder diese Bücher, die, wenn man sie vor seinem inneren Auge Revue passieren lässt, nur positiv im Gedächtnis geblieben sind. Eine Geschichte, die vollends überzeugen kann. Figuren, die zwischen den Seiten lebendig werden und man sich mit ihnen anfreunden kann. Gefühle, die einem auch noch Tage später unter die Haut gehen. „Mein Sommer auf dem Mond“ hat genau das geschafft.

Atmen tut weh. Leben tut weh. Aber sterben würde so viel mehr wehtun.

Jugendlicher Schreibstil leitet flüssig in die Geschichte ein

Adriana Popescu, die Verfasserin der vorliegenden Lektüre, hat einen ganz wunderbaren Schreibstil. Einer, der nicht versucht, jugendliche Denkweisen nachzuahmen, sondern ganz einfach echt wirkt. Sie schafft es glaubwürdig, die innere Handlung der Protagonisten darzustellen, ohne dass es wie eine tatsächliche „Darstellung“ wirkt. Die Gefühle, die sie übermitteln möchte, treffen den Leser genauso hart wie die Figuren in der Geschichte. Ich selbst konnte mich beim Genießen dieses Buches dabei ertappen, wie ich betroffen, traurig oder rundum glücklich war, parallel zu dem Geisteszustand der handelnden Personen. Das hat schon lange kein Buch mehr geschafft.

Authentische, lebendige Charaktere nehmen uns mit auf die Reise

Der Grund, weshalb ich so emotional auf die Geschichte reagiert habe, ist wahrscheinlich der, dass man sich mit den Figuren unglaublich gut identifizieren kann. Sie werden alle unterschiedlich und realistisch beschrieben, sodass man meinen könnte, sie stammten aus dem eigenen Umfeld. Sie sind alle nicht perfekt, nicht oberflächlich, sondern tiefgründig, wechselseitig, spannend, so wie Ich und Du.

Wie alles in meinem Leben, ist auch das nicht perfekt und fehlerfrei, aber dafür umso schöner. Weil es echt ist.

Witz, Vertrauen, Liebe und unendliche Traurigkeit

Spannend ist es, anzusehen, wie die unterschiedlichen Charaktere mit ihren abwechslungsreichen Eigenschaften aufeinanderprallen. Wie sie miteinander interagieren. Welche Veränderung sie erleben. Die „Astronauten“ werden. Sie erleben als Gruppe, und als Leser fühlt man sich in dieser Clique integriert, eine Achterbahnfahrt der Gefühle. Das ist es, was das Buch so spannend und vielseitig macht.

Wichtige Botschaften erkennen sie selbst

„Mein Sommer auf dem Mond“ ist glücklicherweise kein Jugendbuch, welches in eine Art Moralpredigt ausartet, nein. Die Jugendlichen setzen sich mit wichtigen Werten auseinander, erlangen jeder für sich selbst und alle für alle neue Erkenntnisse. Dabei ist das Buch nicht ein Optimismus verstreuender Roman, sondern einer, der ehrlich ist. Der sagt, dass nicht alles möglich ist, dass man Schritt für Schritt gehen muss.

Die Geschichte fühlt sich vollkommen an

Natürlich, meiner Meinung nach hätte das Buch auch gerne noch doppelt so lang gehen können, aber so, wie die Autorin ihre Geschichte beendet, finde ich es genau richtig. Es ist ein wirklich gelungenes Ende, da es offen ist, aber nicht zu viele Fragen offenlässt. Interpretationsmöglichkeiten über den Ausgang der liebenswürdigen Protagonisten lässt der Roman zu. Und nachdem man die letzte Seite umgeschlagen hat, fühlt man auch, dass die Handlung sich vollkommen anfühlt, es ist schön so, wie es ist.

Urlaubs- und Krankenhausatmosphäre greifbar

Die psychiatrische Anstalt für Jugendliche, in welcher sich der Großteil der Handlung zuträgt, befindet sich auf der deutschen Insel Sylt, die gleichzeitig ein beliebtes Urlaubsreiseziel ist. Diese Atmosphäre, die die Autorin gelungen schafft, festzuhalten, spiegelt all das wieder, was auch ich mit Freizeit am Strand verbinde. Und das ist vor allem Freiheit. Gleichzeitig verliert sie aber nie die Idee aus dem Auge, dass sie sich zur Heilung dort befinden.

Ich kenne das Gefühl. Wenn die Komfortzone immer kleiner und kleiner wird, bis wir schließlich anfangen, uns aufzulösen…

Letztendlich lässt sich sagen, dass…

„Mein Sommer auf dem Mond“ das Zeug zu einem meiner Lieblingsbücher hat. Seit Langem schon hat mich ein Roman nicht mehr so berührt. Ganz große Klasse!

Genrewertung: 10/10 Punkte

Gesamtwertung: 10/10 Punkte

5 Sterne

Das entspricht überragenden fünf von fünf Sternen für „Mein Sommer auf dem Mond“.

Buchbeschreibung:

Cooler Sportler, niedliche Träumerin, lässiger Underdog und freche Sprücheklopferin – alles nur Fassade …

… und die müssen Fritzi, Bastian, Tim und Sarah aufgeben, als sie mit ihren tiefsten Geheimnissen im Therapiezentrum auf Rügen landen. Einen lebensverändernden Sommer lang werden die vier vom Schicksal zusammengewürfelt und ordentlich durchgeschüttelt. Dabei wachsen sie über sich hinaus, finden ihr wahres Selbst, großen Mut und entdecken die erste wahre Liebe …

Informationen:

„Hallo, mein Name ist Luca“

Einzelband

Genre: Roman, Coming-Of-Age, Liebesroman, Jugendbuch

von Adriana Popescu

400 Seiten

13,-€

Broschierte Ausgabe

cbj Verlag (Verlagsgruppe Randomhouse)

Erscheinungsdatum: 12. März 2017

ISBN: 978-3570311981

#Roman #Liebesroman #ComingOfAge #Jugendbuch