2 Sterne Bücher

Was andere Menschen Liebe nennen

Informationen:

Titel: ‚Was andere Menschen Liebe nennen‘

Einzelband

Liebesgeschichte, Fantasy

Autoren: Andrea Cremer, David Levithan

Seitenzahl: 416

Preis: 14,99€

Broschierte Ausgabe

cbj Verlag

ab 14 Jahren empfohlen

Erscheinungsdatum: 26. Juni ’17

ISBN: 978-3570163559

Buchbeschreibung:

Wie weit gehst du für die Liebe?

Der 16-jährige Stephen fühlt sich wie der einsamste Mensch der Welt – und das mitten in New York City. Als er bei dem Nachbarsmädchen Liz eine nie gekannte Verbundenheit findet, entspinnt sich zwischen den beiden eine Liebesgeschichte so traumhaft schön wie der Sommer, aber gleichzeitig auch so bedrohlich wie ein nahendes Unwetter …

Meine Meinung:

Da mich das Werk ‚Letztendlich sind wir dem Universum egal‘ begeistern und das Szenario langfristig fesseln konnte, bin ich mit hohen Erwartungen an vorliegenden Roman herangegangen. Das neue Thema, das uns der Autor David Levithan, zusammen geschrieben mit Andrea Cremer, hierbei bietet, konnte mich schon im Vorhinein ansprechen. Es geht um einen 16-jährigen Jungen namens Stephen, der seit seiner Geburt unsichtbar ist. Da es bei ‚Letztendlich…‘ der Fall war, erwartete ich hierbei einen hochgradig gut inszenierten Strang, um den sich nicht viel Handlung windet, sondern um den der Autor seine Leser mit Gefühlen versorgt, die mit dem außergewöhnlichen Szenario zusammenhängen, welche der Protagonist erfährt. Bei ‚Letztendlich…‘ ging es um ein Person, die jeden Tag in einem neuen Körper aufwacht und sich in ein Mädchen verliebt, obwohl er weiß, dass diese Liebe nicht andauern kann. Hierbei konnte mich die optimistische, aber dennoch tiefgründige Schreibart um das beachtenswerterweise sehr außergewöhnliche Szenario begeistern, ohne dass es viel von Handlung bedarf. Dies erwartete ich auch von diesem Buch. Doch ich wurde gleich zu Beginn enttäuscht. Der Klappentext stimmte weder mit dem, was ich mir erwartete, überein, noch mit dem, was uns die Geschichte später bieten würde. Weder der Titel ‚Was andere Menschen Liebe nennen‘ noch der oben genannte Klappentext bereitete den Leser keineswegs auf das vor, was in dem Buch selbst stattfinden sollte. Was man nach dem Klappentext nicht erwarten konnte, war, dass es sich bei diesem Buch weniger um eine Liebesgeschichte handelt als vielmehr um eine fade Fantasystory. Das liegt v.a. daran, dass das Szenario an sich zwar sehr gut ist und man sich als Leser viele Gedanken darüber machen kann, an vielen Stellen jedoch einfach zu unspektakulär und langatmig ist, als dass es für eine Liebes- bzw. Fantasygeschichte ausreichen würde. Dabei können sich die Autoren nicht auf einen Handlungsstrang einigen. Im Raum stehen immer der Lovestory-Anteil, der oftmals mit dem Fantasy-Part kontrastiert und die beiden Teile können sich nie verbinden. So ist es für den Leser manchmal sehr verwirrend, sich auf eine Handlung einzulassen, da ich nicht feststellen konnte, auf welcher der Hauptfokus und schlussendlich der Wert gelegt wird. Denn das Buch beginnt vielversprechend, mit einem lockeren, angenehmen Schreibstil, der gut in das Buch herein finden lässt, führt nach den ersten fünfzig bis hundert Seiten einen ganz neuen, riesigen Strang ein, der sich beinahe über den ganzen Roman zieht, bis zum Schluss leichte Elemente des ersten Stranges wieder zum Vorschein kommen. Es ist schwer, hier verständlich zu schreiben, ohne damit zu sehr ins Detail zu gehen und somit zu spoilern. Es fällt dem Roman sehr schwer, diese neuen semantischen Räume einzuführen, und die Werte und Regelungen der neuen Welt festzulegen, sodass es mir nicht leicht fiel, in diese Welt der Sprücheleser und Fluchsprecher einzutauchen. Es passiert unter den Seiten nicht viel; leider ist der wenige Stoff, den uns die Autoren bieten, sehr vorhersehbar und klischeebehaftet. Besonders negativ in Sachen klischeeüberladen ist mir dabei die Protagonistin aufgefallen, die mit ihrer typisch für ein solches Genre naiven und unvorsichtigen Art einige Male für überreizte Nerven gesorgt hat. Diese „Ich-muss-unbedingt-die-ganze-Welt-retten“-Einstellung ihrerseits hat mich sehr gestört, genauso wie das Faktum, dass die Protagonistin in diese neue, für sie unbekannte Welt mit hinein gerissen wird, und sofort werden bei ihr überdurchschnittliche Fähigkeiten festgestellt, welche sie natürlich in ihrer naiven Lebenseinstellung sofort einzusetzen versucht und mir durch die hirnlose Ignoranz der Tipps von außerseits und der grenzenlosen Überschätzung ihrer selbst auf den Geist geht. Dadurch, dass in den romantischen Handlungsstrang zwangsweise ein Fantasy-Part eingequetscht wird, bleibt nur wenig Platz für die Ausgestaltung der Liebesgeschichte, die dadurch sehr gewollt und eindimensional wirkt. Die Protagonisten hingegen glänzen trotz ihrer etwaigen, naiven Handlungsweisen durch ihre gelungene Plastizität und hervorragende Charakterzüge, sodass man zu Ende des Buches wirklich das Gefühl hat, die Figuren zu kennen. Das Ende an sich ist leider sehr enttäuschend. Vorliegender Roman hat leider auch einige schwächelnde Stellen, die mir als Leser unerträglich langatmig vorgekommen sind.

Fazit:

Durch obig genannte Kritikpunkte lässt sich für mich persönlich feststellen, dass ‚Was andere Menschen Liebe nennen‘ nicht das einhalten konnte, was es verspricht. Die hohen Erwartungen, die ich an das Buch hatte, wurden leider nicht eingehalten, und leider kann ich hierfür auch keine Empfehlung aussprechen, so leid es mir auch tut.

Bewertung:

Genrewertung: 5 / 10

Gesamtwertung: 4,5 / 10

Das entspricht zwei von fünf möglichen Sternen.

Falls euch diese Rezension gefallen haben sollte, würde ich mich sehr über eine Bewertung durch ein Herzchen freuen! Wie fandet ihr das Buch? Eure Meinung würde mich interessieren! Schreibt sie einfach in das untere Kommentarfeld.

Ein herzliches Dankeschön an den cbj-Verlag zur Bereitstellung des Rezensionsexemplares!

#Fantasy #Liebesroman