2 Sterne Bücher

Wie geht eigentlich Demokratie? #FragFloid

Kein Plan von Politik?!Macht nix! YouTuber LeFloid stellt die Fragen, die dich wirklich interessieren. Wie geht denn jetzt eigentlich Demokratie und wie funktioniert der ganze Laden überhaupt? LeFloid sammelt Facts, besucht die wichtigsten Protagonisten im Bundestag und haut mal wieder ordentlich einen raus. Typischer LeFloid-Humor, Cat-Content (oder auch nicht) und jede Menge Politikwissen, das hängen bleibt! Los jetzt! Buch auf, Kopf an, Go Vote.

Daten zum Buch:
Autor*in: Florian Mundt; Jonas Lanig 
Titel: Wie geht eigentlich Demokratie? # fragfloid (OT) 
Seiten: 272 
Erscheinungsjahr: 2017 
Verlag: FISCHER Taschenbuch 
ISBN: 978-3-7335-0422-9
Einzelband
Preis: 12,-€ 
Buch 39/65 (2020)→ Hier kommst du zur Buchbeschreibung auf der Verlagswebsite des Fischer-Verlags.

In Vorbereitung auf meine mündliche Abiturprüfung im Kombifach Geschichte/ Sozialkunde fiel mir ein Buch in die Hand, das schon lange in meinem Regal verweilt, es aber noch nie den Weg in meine Hand gefunden hat: eine klassische SuB-Leiche! Also nutzte ich die Gelegenheit, und gab dem Sachbuch eine Chance. LeFloid, der v.a. durch sein oftmals politisch informierendes Wirken auf YouTube bekannt wurde, das sich an eine jugendliche Zielgruppe richtet, setzt sich darin mit der Frage auseinander, wie Demokratie eigentlich funktioniert.
Das Publikum, an das sich der prominente Autor wendet, wird bereits ab dem ersten Kapitel klar dargestellt: Er möchte junge Erwachsene, die keine große Überschneidungsfläche mit dem politischen Geschehen hierzulande haben und ihm auch kein Interesse entgegenbringen, dazu aufrufen, sich an Wahlen zu beteiligen, in der Politik zu engagieren oder zumindest ein Bewusstsein dafür zu entwickeln. An sich ist dies ein sehr löbliches Vorhaben – aber ist er letztendlich damit auch erfolgreich?
Für mich lautet die klare Antwort: nein. Zwar erfüllt das vorliegende Werk seinen Zweck und gibt einen breiten Überblick über die Funktionsweise der einzelnen Abgeordneten bzw. Institutionen und kann zusätzlich mit einem zugegeben ziemlich überzeugenden Design auftrumpfen, aber: Es liest sich mehr wie ein Werbeprospekt der Bundesregierung, die junge Menschen zur Beteiligung an den Wahlen überreden möchte, als ein Buch, das seine Leser*innen ernst nimmt.
Meinungen sind wie Arschlöcher – jeder hat eins. Und im Internet kann auch jedes Arschloch seine Meinung einfach rauspupsen und damit die Luft verpesten.
Der Schreibstil ist gezeichnet von einigen auffällig holprigen Formulierungen, die gekünstelt jugendlich wirken und dabei lächerlich hölzern klingen. „Wie geht eigentlich Demokratie?“ liest sich sehr trocken und schafft es somit nicht, das Interesse an bzw. die Motivation zur Beteiligung in Politik zu wecken.
Die Interviews mit einzelnen Abgeordneten, die einen großen Anteil der deutschen Parteienlandschaft abdecken, bleiben mit den lahmen Fragen oftmals an der Oberfläche und geraten langweilig, ja sogar ermüdend. Die groß angekündigten „Fun Facts“ stellen sich als nichtssagend heraus und der Funke möchte nie überspringen. Es fehlt eine persönliche Note von LeFloid: Woher nimmt er denn seine Begeisterung? Ein wenig mehr politischer Mut, die Leser*innen auch mal auf subjektive Gedankenspaziergänge mitzunehmen, wäre für das Buch wünschenswert gewesen, Herr Mundt!
Letztendlich bleibt ein halbgares Sachbuch übrig, das sich für eine Vorbereitung auf die nächste Sozialkunde-Schulaufgabe lohnt, bei dem aber weder LeFloid-Fans noch interessierte Leser*innen auf ihre Kosten kommen. Dafür ist das Buch zu aufgesetzt, zu unpersönlich und zu langatmig. Von mir gibt es daher heute leider keine Leseempfehlung.

"Wie geht eigentlich Demokratie? #fragfloid" 
ist ein trockenes Sachbuch für jugendliche Leser*innen, bei dem der Funke durch den gekünstelten Schreibstil nicht überspringen möchte. Wertung: 3 von 10 Punkten
★★☆☆☆

Ich vergebe daher noch zwei von fünf möglichen Sternen.
Zur Bewertung wurde mir durch den Fischer-Verlag ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Herzlichen Dank dafür!