Startseite » American Horror Story: Coven

American Horror Story: Coven

Kaum eine Serie konnte mich in letzter Zeit so fesseln wie „American Horror Story“. Eine Serie, deren Staffeln jeweils abgeschlossen sind, jedoch großenteils ein festes Schauspielerensemble besitzt und deren Handlungsstränge spätestens in der achten Staffel ineinander verwoben werden sollen. In der folgenden Rezension soll es um die dritte Staffel, die den Namen „Coven“ trägt und insgesamt 13 Episoden umfasst, gehen – ob sie in die Fußstapfen der starken Vorgängerfolgen treten kann, das erfährst du in der folgenden Rezension.

American Horror Story: Coven

USA 2013, Staffel 3, ca. 580 Min, ab 18

Horror | Thriller | Drama | Mystery | Fantasy

Main-Cast:

Sarah Paulson (Cordelia Foxx)

Taissa Farmiga (Zoe Benson)

Frances Conroy (Myrtle Snow)

Evan Peters (Kyle Spencer)

Lily Rabe (Misty Day)

Emma Roberts (Madison Montgomery)

Denis Hare (Spalding)

Kathy Bates (Delphine LaLaurie)

Jessica Lange (Fiona Goode)

Angela Bassett (Marie Laveau)

Idee:

Ryan Murphy

Brad Falchuk

Produktion:

Ryan Murphy

Brad Falchuk

Dante Di Loreto

Tim Minear

Inhalt.

Die Junghexen in „Miss Robichaux’s Akademie für außergewöhnliche junge Damen“ werden von Kräften der Unwissenheit und des Hasses heimgesucht. Neuankömmling Zoe, die selbst ein furchtbares Geheimnis mit sich trägt, gerät mitten in den schauerlichen Aufruhr hinein. Fiona (Jessica Lange), eine Oberhexe mit unvorstellbaren Kräften, will den Hexenzirkel schützen, aber bei ihrem obsessiven Streben nach Unsterblichkeit trifft sie auf eine unheimlich begabte Voodoo-Königin (Angela Bassett) und eine mordlustige Sklaventreiberin (Kathy Bates), die zu ewigem Leben verdammt sind.

Rezension.

Selbst wenn ich jetzt noch über die Staffel nachträglich Revue passieren lasse, dann bin ich von ihr überwältigt und begeistert. Es ist schön, dass sich auch nach einer so starken zweiten Staffel eine Steigerung innerhalb der Serie bemerkbar macht. Die dritte Staffel steht ihren Vorgängern in nichts nach – und unterscheidet sich doch vollständig von ihnen.

In den dreizehn schnell gesehenen Folgen widmet man sich dem Überthema „Hexen“. Dabei werden am Anfang so viele Handlungsstränge eingeführt, dass man als Zuschauer beinahe überfordert ist an der Fülle verschiedener Ideen. Leider wirkt sich das auch auf das Tempo der ersten Episoden aus, dass die dritte Staffel ein wenig Zeit benötigt, um in Fahrt zu kommen. Sie muss sich und ihr vielschichtiges Geschehen erst in den Griff bekommen, um ihre wahre Wirkung zu entfalten.

Nach der Zeitspanne, die es benötigt, in die Serie und das damit verbundene Szenario einzutauchen, wird uns hochgradig spannende und kurzweilige Unterhaltung geboten. Im Laufe der Zeit lernt man die zahlreichen Charaktere kennen und lieben, sodass man die dritte Staffel schweren Herzens hinter sich lassen muss, denn ein Ende bedeutet hier Abschied von den Figuren. Ihnen allen wurde die nötige Tiefe verliehen, als dass man ihre inneren Handlungen und Motivationen nachvollziehen kann.

Die schauspielerische Leistung des gesamten Ensembles kann voll und ganz überzeugen. Die verschiedenen Phasen der Freude, Angst, Hoffnungslosigkeit und Panik verkörpern die Akteure auf imponierende Art und Weise. Dabei gibt es drei Schauspielerinnen, die ich hier besonders herausstellen möchte: Zunächst einmal mehr Jessica Lange, die wirklich für diese Serie geschaffen ist. Sie fühlt sich in ihrer Rolle als Fiona Goode sichtbar wohl und absolviert eine starke charakterliche Veränderung und Achterbahnfahrten der Gefühle mit einer beeindruckenden Präsenz. Ihre verkörperte Figur wird mir noch länger in Erinnerung bleiben.

Auch Lily Rabe ist hier einer eigenen namentlichen Nennung wert, denn sie schlüpft in die Rolle der Sumpfhexe Misty Day, die sich als eine der liebenswürdigsten Personen enttarnt, die man aus der gesamten Serie bisher kennt. Sie trumpft ebenfalls mit ihrer Interpretation dieser Figur. Zu guter Letzt ist noch Kathy Bates zu erwähnen, die die Serienmörderin Delphine LaLaurie (welche wirklich existiert hat) mit wahrer Böshaftigkeit im Gesicht darstellt und man ihr zu jeder Zeit abkauft, mit welch bestialischer Freude sie mit Vorliebe schwarze Sklaven foltert. Ich könnte hier noch weitere Darsteller aufzählen, die alle ihren Job gut gemacht haben, aber dadurch würde sich die Rezension unnötig in die Länge ziehen, deswegen beschränke ich mich auf diese drei.

Das gewaltige Gebäude des Hexenzirkels in New Orleans eignet sich perfekt als Kulisse für den Großteil der gesamten Staffel. Man fühlt sich in der Gesellschaft der Hexen wohl und der Prunk des Hauses steht symbolisch für die Macht dieser. Nicht nur die Leistungen der Schauspieler glänzen in dieser Serie, nein, handwerklich wird hier auch viel richtig gemacht. Die vielschichtige Handlung wird von spektakulären Kamerafahrten eingefangen, die sich teilweise dreihundertsechzig Grad um die eigene Achse drehen, und einen detaillierten Überblick über den momentan befindlichen Ort geben. Die Kostüme werden passend den Figuren angeglichen, die Spezialeffekte wirken ebenfalls glaubwürdig. Einzig und allein die Sequenzen mit großen Feuern möchten nicht so ganz realistisch aussehen.

Dadurch, dass die Geschichte in so vielen verschiedenen Ebenen erzählt wird, erweist sich „Coven“ als außerordentlich unvorhersehbar. Schön ist es daher, zu sehen, dass innerhalb der letzten Episode alle Handlungsstränge befriedigend zu Ende geführt und die Zuschauer somit nicht über einzelne Vorkommnisse im Unklaren gelassen werden. Dabei wird hier oftmals eine ernste Stimmung angeschlagen, wenn wichtige Thematiken wie Rassismus angesprochen werden und die Serie spricht hier eine sehr eindeutige Meinung zu aus. Über wenige Logiklöcher, wie z.B. die Grenze zwischen Leben und Tod, welche nicht ganz einleuchtend gezogen wird und daher sehr willkürlich erscheint, kann man als Zuschauer hier getrost hinwegsehen.

Wenn man mich also fragt, ob ich die dritte Staffel „American Horror Story“ weiterempfehlen kann, dann lautet meine Antwort: „Ja!“. Sie steht den starken Vorgängern in nichts nach. In dieser Staffel wird weniger auf Grusel gesetzt, die Altersfreigabe kommt eher durch die pure Brutalität zustande. Man geht hier nämlich sehr gewaltverherrlichend mit Thematiken wie Mord, Vergewaltigung und Körperverletzung um und klärt die Zuschauer nicht auf, dass dies auf keinen Fall nachzuahmen ist. Diesen Teil muss man sich dazu denken.

Fazit.

„American Horror Story: Coven“ ist eine starke Fortsetzung, die sich durch erschreckende Bilder, großartigem Schauspiel und gutem Handwerk zu einer authentischen Serie über Hexen etabliert.

Gerne vergebe ich  fünf von fünf möglichen Sternen.

Genrewertung: 9 von 10 Punkten

Gesamtwertung: 9 von 10 Punkten

Hinweis: Die Rechte an den verwendeten Bildern liegen bei 20th Century Fox Home Entertainment.

#Horror #Thriller #Drama #Mystery #Fantasy

Johannes Streb

Die Begeisterung für die Medienwelt begeistert mich schon seit meiner Kindheit: immer die Nase in einem Buch, einen Kopfhörer im Ohr, die Finger auf den Tasten. Seit mehreren Jahren nun führe ich den Blog "Der Medienblogger", auf dem ich bereits über 300 Rezensionen zu Buch, Film und Serie veröffentlicht habe. Dieses Jahr startete ich mit einer Schweizer Bloggerin den Podcast "findichauch." als feuilletonistischen Dialog über zeitgenössische Literatur. Zudem spiele ich leidenschaftlich Theater und bin großer Fan von Lady Gaga und dem Eurovision Song Contest.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Zurück nach oben