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American Horror Story: Cult

Wenn eine Serie, die dich in den düstersten Orten das Fürchten gelehrt hat, indem du mit den Figuren die wahre Hölle durchleben musstest, plötzlich den Anspruch erhebt, sich einer politischen Thematik zu widmen, dann möchte man im ersten Moment stutzig reagieren. Sich stirnrunzelnd fragen, ob das funktionieren kann. In der folgenden Rezension ist es mir ein Anliegen, diese Frage zu beantworten und weiterhin von meinen visuellen Eindrücken zu vorliegender Staffel zu berichten.

American Horror Story: Cult

USA 2017, Staffel 7, ca. 524 Min, ab 18

Horror | Thriller | Drama | Mystery

Regie: Ryan Murphy

Main-Cast: Sarah Paulson

Evan Peters

Cheyenne Jackson

Billie Lourd

Alison Pill

Adina Porter

Leslie Grossma

Verleih: 20th Century Fox Home Entertainment

(ET: 27.9.2018)

Format: DVD, Blu-ray

Altersfreigabe: ab 18

Inhalt:

Machen Sie sich bereit für die 7. Staffel einer der grausigsten und unheimlichsten Horrorserien. Ally Mayfair-Richards, eine von Phobien geplagte Frau aus Michigan, versucht nach der Präsidentschaftswahl 2016, zusammen mit ihrer und ihrem Sohn ihr Glück als Restaurantbetreiberin zu finden. Doch Allys Familie – und ihre geistige Verfassung – werden durch die Ankunft von Kai Anderson bedroht, einem politisch motivierten Kultführer, der einen unvorstellbaren Massenmord plant. American Horror Story -Cultist ein grausiger Gaumenschmaus, garniert mit Sozialkommentaren, Kleiner-Finger-Schwüren und perfiden psychologischen Tricks, der uns ein weiteres Mal das Fürchten lehrt.

Rezension:

Schon während der ersten Episoden schafft es die Serie, mich in ihren Bann zu ziehen und mir kurzweilige Unterhaltung zu bieten. Über die elf Folgen hinweg wird ein steigender und explosiv zündelnder Spannungsaufbau aufgebaut, welcher sein Publikum geschickt mitzureißen weiß. Spannend ist es, zu beobachten, wie „American Horror Story“ in ihrer siebten Staffel eine neue Ebene erreicht, indem sie politische Probleme und Machenschaften inszeniert und gleichzeitig die Religion kritisch beäugt.

„Cult“ entspinnt über seine Lauflänge von knapp neun Stunden eine wendungsreiche Handlung, ein furioser Akt zwischen Vertrauten und Verrätern; Treue, Manipulationen und Intrigen. Man kann nie erahnen, welcher Charakter welches geheime Spiel treibt, das Mitfiebern macht umso mehr Spaß. Hier wird geschickt mit den Ängsten des Zuschauers gespielt und gleichzeitig viel Futter zum Nachdenken und Diskutieren gegeben.

Der grandios besetzte Cast weiß auch in dieser Staffel wieder ausnahmslos zu begeistern. Neben einer überzeugenden Alison Pill zeigt hier Sarah Paulson (welche ebenfalls in jeder vorangehenden Staffel agiert hat) einmal mehr, was für eine großartige Charakterdarstellerin sie ist. Ihre fortschreitenden Phasen der Verzweiflung und die enorme Entwicklung, welche sie durchmacht, nimmt man ihr jederzeit ab. Auch Evan Peters liefert hier eine eindrückliche Performance ab, an welche man sich als Zuschauer noch länger erinnern wird.

Es ist schön, beobachten zu können, wie sich die Serie nicht nur über die Zeit, sondern auch innerhalb einer abgeschlossenen Staffel weiterentwickelt. Wenn der Plot einmal los getreten ist, lässt er sich wie ein Feuer nicht mehr aufhalten – und endet letztendlich in einem spannenden und zum Nachdenken anregenden Ende, welches sicherlich die Geister scheiden wird und viel Platz für Interpretationen offen lässt.

Dadurch, dass „Cult“ so nah an der Realität angelehnt ist und sich auch an „echten“ Themen wie der amerikanischen Präsidentenwahl bedient, erzielt die Serie somit eine noch eindringlichere und erschreckendere Wirkung. Denn das muss man sich klar machen: Eine solch rasante und nicht aufhaltbare Entwicklung, wie sie hier geschieht, ist schon geschehen – und kann noch immer auftreten! Klare Parallelen werden hier zu historischen Ereignissen gezogen, Rückblenden zu Kulten des 20. Jahrhunderts verschiedener Ausprägung eingespeist. Unterschiedliche stilistische Mittel unterstreichen diese unterschwellige Warnung, wie beispielsweise die Tatsache, dass die gezeigten Kultanführer ebenfalls von Evan Peters (auch hier als Gründer des im Mittelpunkt betrachteten Kultes agierend) verkörpert werden.

Trotz des für die Serie recht ungewöhnlichen Kernthemas schafft es auch die siebte Staffel, die beklemmende und intensive Atmosphäre, die für „American Horror Story“ charakteristisch ist, aufzubauen. Längen entstehen während der elf Episoden kaum, einige Ungereimtheiten trüben das sonst so makellose Erscheinungsbild vorliegenden Produktes. Teilweise werden Handlungsstränge aufgegriffen, die dem gesamten Plot nichts Essenzielles hinzuzufügen haben und mehr Verwirrung hineinbringen. Dieser Kritikpunkt verhindert in dieser Bewertung jedoch keineswegs eine sehr hohe Gesamtwertung.

Fazit und Wertung:

„American Horror Story“ hat in ihrer siebten Staffel „Cult“ wieder einen Schritt nach vorne gewagt und dabei viel gewonnen. Es bleiben elf Episoden, denen ein explosiver Plot, intensives Schauspiel und eine beklemmende Atmosphäre innewohnen und somit für kurzweilige und zum Nachdenken anregende Unterhaltung sorgen.

Dafür vergebe ich gerne fünf von fünf möglichen Sternen.

Genrewertung: 9,5 von 10 Punkten

Gesamtwertung: 9 von 10 Punkten

Hinweis: Ich bedanke mich bei 20th Century Fox Home Entertainment für die Bereitstellung des Presseexemplars. Die Rechte an den verwendeten Bildern liegen bei eben diesem Filmverleih.

#Horror #Thriller #Drama #Mystery

Johannes Streb

Die Begeisterung für die Medienwelt begeistert mich schon seit meiner Kindheit: immer die Nase in einem Buch, einen Kopfhörer im Ohr, die Finger auf den Tasten. Seit mehreren Jahren nun führe ich den Blog "Der Medienblogger", auf dem ich bereits über 300 Rezensionen zu Buch, Film und Serie veröffentlicht habe. Dieses Jahr startete ich mit einer Schweizer Bloggerin den Podcast "findichauch." als feuilletonistischen Dialog über zeitgenössische Literatur. Zudem spiele ich leidenschaftlich Theater und bin großer Fan von Lady Gaga und dem Eurovision Song Contest.

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