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Atypical: Staffel 2

Manchmal sind es die simplen Dinge, die dich am meisten begeistern. Nicht immer braucht es eine aufgeblasene und dramatische Handlung, sondern es sind die echten, realistischen Geschichtenstränge, die dich unterhalten können. Genauso geht es mir mit der Netflix-Serie „Atypical“, deren zweite Staffel neulich auf dem Streaming-Portal Premiere gefeiert hat. Ob diese mit ihrem Vorgänger mithalten kann und welche weiteren visuellen Eindrücke gewonnen werden können, das erfährst du in der folgenden Rezension.

Atypical

USA 2018, Staffel 2, ca. 297 Min

Coming Of Age | Dramedy | Komödie

Regie: Robia Rashid

Main-Cast: Jennifer Jason Leigh

Keir Gilchrist

Michael Rapaport

Brigette Lundy-Paine

Amy Okuda

Nik Dodani

Jenna Boyd

Graham Rogers

Casey Wilson

Fivel Stewart

Graham Phillips

Verleih: Sony Pictures Entertainment, Netflix

(ET: 7.9.2018)

Format: Video On Demand

Altersfreigabe: ab 12

Inhalt:

In Staffel 2 steht für den autistischen Jugendlichen Sam Gardner (Keir Gilchrist) ein neuer Lebensabschnitt bevor. Während sich die Zeit an der Highschool langsam dem Ende zuneigt, beginnt Sam an das Leben nach der Highschool und die damit einhergehenden Veränderungen sowie Herausforderungen zu denken. Daneben stehen auch für seine Familienmitglieder große Lebensveränderungen bevor. Seine Schwester Casey (Brigette Lundy-Paine) tritt ein neues Abenteuer an einer neuen Schule an, wo sie sich sichtlich fehl am Platze fühlt.

Rezension:

Durch einen unmittelbaren Einstieg, der nahtlos an die Geschehnisse der ersten Staffel anknüpft, gerät die Serie schnell in ihr gewohntes Tempo und der Zuschauer wird in die rundum sympathische Welt rund um Sam involviert. Das gut besetzte Schauspielerensemble beweist einmal mehr, welche spannenden emotionalen Entwicklungen sie darstellen und einen wie großen Handlungsstrang sie auf den Schultern tragen können. Besonders hervorheben möchte ich hierbei die schauspielerische Leistung des Akteuren Keir Gilchrist, der die Figur des Protagonisten Sam Gardner verkörpert, dem man als Publikum alles abkauft. Auf seine ganz eigene Art und Weise sorgt er unfreiwillig für wahrhaftig lustige Momente und zusammen mit der ebenso begnadeten Brigette Lundy-Paine, welche als Schwester agiert, ergibt sich ein sympathisches und glaubwürdiges Geschwisterpaar, zwischen dem die Chemie voll und ganz stimmt.

Dass „Atypical“ so lebensecht erscheint, liegt, zumindest für einen großen Teil, am hervorragend geschriebenen Drehbuch. Die Dialoge klingen wie aus dem echten Leben entnommen. Auch werden in der zweiten Staffel einige neue Figuren eingeführt, z.B. die ausnahmslos weichherzige und sympathische Ms Whitaker, welche der Rahmenhandlung nur Positives hinzuzufügen haben und sich gut in das restliche Ambiente schmiegen.

Die Serie durchschreitet in ihren zehn neuen Episoden eine große Entwicklung. Nicht nur die Figuren selbst bilden sich fort, „Atypical“ spricht auch ohne Angst direkt an den Zuschauer wichtige und ehrliche Botschaften aus, ohne jemals zu stark mit dem moralischen Zeigefinger zu argumentieren. Hier werden der Ernst des Lebens und Konsequenzen der eigenen Handlungen erkannt. Die Reaktionen der betroffenen Personen wirken dazu jederzeit verständlich und angemessen und das brausende Innenleben wird durch lobenswerte Figurendarsteller deutlich.

Über ihre zehn Folgen ist „Atypical“ ein sehr kurzweiliges Vergnügen, das leider genauso rasch aufhört, wie es begonnen hat. Trotz der teils zu optimistischen, teils zu kitschverklebten Handlung hat die Serie durch ihre herrliche Komik und Eigenheit eine eigene Substanz, durch die sie sich von anderen Vertretern des Genres unterscheidet. Die herzzerreißenden und emotionalen Momente, die die zweite Staffel zu bieten hat, bleiben im Kopf.

Fazit und Wertung:

Letztendlich lässt sich feststellen, dass die zweite Staffel von „Atypical“ nicht minder gelungen ist wie ihr Vorgänger. Wer Freude mit solcher Art von Geschichten hat, der sollte hier definitiv mal einen Blick wagen, denn die Serie lohnt sich.

Gerne vergebe ich vier von fünf möglichen Sternen.

Genrewertung: 9 von 10 Punkten

Gesamtwertung: 8 von 10 Punkten

Hinweis: Die Rechte an den verwendeten Bildern liegen bei Netflix.

#ComingOfAge #Dramedy #Komödie

Johannes Streb

Die Begeisterung für die Medienwelt begeistert mich schon seit meiner Kindheit: immer die Nase in einem Buch, einen Kopfhörer im Ohr, die Finger auf den Tasten. Seit mehreren Jahren nun führe ich den Blog "Der Medienblogger", auf dem ich bereits über 300 Rezensionen zu Buch, Film und Serie veröffentlicht habe. Dieses Jahr startete ich mit einer Schweizer Bloggerin den Podcast "findichauch." als feuilletonistischen Dialog über zeitgenössische Literatur. Zudem spiele ich leidenschaftlich Theater und bin großer Fan von Lady Gaga und dem Eurovision Song Contest.

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