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Stranger Things 2

Ich glaube, noch nie habe ich so sehr auf das Erscheinen einer neuen Serienstaffel hingefiebert wie bei „Stranger Things 2“. All die erschienenen Trailer und kleinen Video-Häppchen, die weiter die Neugier steigern sollten, – und es auch taten – versprachen eine tolle zweite Staffel, die es in sich hat. Dann, am 27. Oktober 2017, wurde sie endlich veröffentlicht – und es regnete sprichwörtlich nur so vor euphorischen Kritiken und Resonanzen. In der folgenden Rezension möchte ich mich mit der Frage beschäftigen, ob auch die zweite Staffel diesen Hype verdient hat.

Was mir an der ersten Staffel am meisten Freude bereitet hat, war diese glaubhafte und fast schon greifbar zu scheinende 80er-Jahre-Atmosphäre, die den Zuschauer sofort in seinen Bann ziehen kann. Diese konnte mich auch wieder ab der ersten Sekunde begeistern und es breitete sich regelrecht ein „Willkommen Zuhause“-Feeling in mir aus, als ich wieder in die Welt rund um die Kleinstadt Hawkins eintauchen durfte.

Großartig waren, sind und bleiben die vielzähligen sympathischen und vielschichtigen Figuren, die einem ans Herz gewachsen sind. Dabei dreht sich in dieser Staffel nicht alles rund um das Dream-Team rund um Lucas, Mike, Will und Dustin, sondern neue Figuren treten auf die Bildfläche.Diese gewinnen aber nicht zu sehr die Oberhand und sind sehr sympathisch, da sie sich perfekt in das Szenario einfügen.

Überzeugend ist auch die enorme Charakterentwicklung, die jede einzelne Figur in dieser Serie durchmacht. Die Protagonisten entwickeln sich weiter, geraten in die Pubertät, ohne zu anstrengend zu wirken. Jede Figur schafft es, ihren eigenen Handlungsstrang glaubhaft zu repräsentieren. Dabei tut sich die atemberaubende schauspielerische Leistung der Kinder hervor. Was mir ebenfalls gut gefallen hat, ist, dass man auch starke Persönlichkeiten in zerbrechlichen Momenten, in welchen sie verletzlich wirken, zeigt und sie dadurch lebendiger und tiefgründiger darstellt.

Die Serie verbindet gekonnt viele verschiedene Geschichtenstränge, die sich in unterschiedlichste Richtungen entwickeln und riesige Ausnahmen nehmen, sich voneinander entfernen und doch letztendlich alle zusammenführen. Dabei schafft es die Serie, zahlreiche Genres ineinander zu vermischen, ohne zu aufgeblasen zu wirken. Wir finden hier Elemente von Mystery, Fantasy, Science Fiction, Thriller, Drama und Horror vor – und zusammen ergeben sie die perfekte Mischung, die mir ein unvergleichliches Serien-Highlight bieten konnte.

Nachdem die ersten Folgen noch mit langsamerem Tempo beginnen, wird die Serie v.a. in der zweiten Hälfte übermäßig mitreißend und packend und animiert den Zuschauer zum Mitfiebern auf allerhöchstem Niveau. Die Spannung wird dabei bis zum absoluten Geht-Nicht-Mehr getrieben. Es endet alles in einem epischen Finale, das es in sich hat.

Auch handwerklich ist „Stranger Things 2“ einwandfrei. Das Setting ist wertig und überzeugend, die Musik mitreißend und überaus passend und die Effekte atemberaubend. Die Kamera fängt toll die überwiegend kalten Töne ein, die in dieser Staffel zutage kommen.

Was aber macht diese Serie so spannend? In der zweiten Staffel konnte ich in mir eine starke emotionale Bindung zu den Protagonisten spüren, sodass ich mit ihnen in jeder nur erdenklichen Situation mitgefiebert habe und mit vor dem Mund zusammengeschlagenen Händen jede neue Wendung entgegen genommen habe. Es ist auch diese Vielschichtigkeit, die es zu so etwas Besonderem macht. Diese unvergleichliche Mixtur aus unterschiedlichen Filmgenres, die einfach perfekt harmoniert.

Ist also letztendlich der Hype zu „Stranger Things 2“ gerechtfertigt? Ja. Ja, ist er, vollkommen. Ich habe nichts an dieser Serie auszusetzen, schon lange habe ich nicht mehr so gebannt eine Serie mitverfolgt. Es ist schlichtweg das Serien-Highlight 2017 für mich.

„Stranger Things 2“ ist eine perfekte Fortsetzung der ohnehin schon grandiosen ersten Staffel. Es macht ungeheure Freude, mit den Protagonisten mitzufiebern, die vielschichtigen Geschichtenstränge mit zu verfolgen und die enorme Entwicklung, die die Serie in dieser Staffel durchmacht, zu erfahren. Ich finde und will auch keinen Grund finden, welcher mich von der Bewertung von „Stranger Things 2“ mit der vollen Punktzahl abhält.

Genrewertung: 10/10 Punkte

Gesamtwertung: 10/10 Punkte

5 Sterne

Das entspricht „strangen“, großartigen fünf von fünf Sternen für „Stranger Things 2“.

„Stranger Things 2“

Staffel 2 von vrs. 4

mit Winona Ryder, David Harbour, Finn Wolfhard und Millie Bobby Brown

Laufzeit: ca. 41-62 Minuten

Netflix-Produktion

Science-Fiction, Mystery

produziert in den USA

Produktion / Idee: Matt Duffer, Ross Duffer

Musik: Kyle Dixon, Michael Stein

Erscheinungsdatum: 27. Oktober 2017 (auf Netflix)

#Serie #Mystery #ScienceFiction #Fantasy #Drama #Horror #Thriller

Johannes Streb

Die Begeisterung für die Medienwelt begeistert mich schon seit meiner Kindheit: immer die Nase in einem Buch, einen Kopfhörer im Ohr, die Finger auf den Tasten. Seit mehreren Jahren nun führe ich den Blog "Der Medienblogger", auf dem ich bereits über 300 Rezensionen zu Buch, Film und Serie veröffentlicht habe. Dieses Jahr startete ich mit einer Schweizer Bloggerin den Podcast "findichauch." als feuilletonistischen Dialog über zeitgenössische Literatur. Zudem spiele ich leidenschaftlich Theater und bin großer Fan von Lady Gaga und dem Eurovision Song Contest.

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